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Die Bedeutung der Reformation für das Militär - Die Bedeutung des Militärs für die Reformation

Datum: 
Dienstag, 21. März 2017 bis Donnerstag, 23. März 2017
Ort: 
Potsdam
Deadline: 
Donnerstag, 30. Juni 2016

Diskutiert werden sollen die Grundlinien der protestantischen Verhältnisbestimmung von Religion und Politik im Hinblick auf Soldaten und Militär, Fragen protestantischer Militärethik und protestantischer Geschichtsdeutung. War der Soldat ein "freier Herr" und "dienstbarer Knecht" mit gottesfürchtigem Gewissen und aus Einsicht gehorsam - wie Martin Luther das in seiner Kriegsleuteschrift empfohlen hatte? Ist der Protestantismus eine friedsame Religion - oder haben seine Anhänger für den "reinen Glauben" getötet, indem sie die Reformation durch Krieg sicherten? Wie entwickelte sich preußisch-pietistische Soldatentreue zur nationalprotestantischen Verklärung des Opfers für das Vaterland? Nach dem Zweiten Weltkrieg machte der deutsche Protestantismus zwei radikale Kehrtwenden durch: Zum einen sollten die Widerständler gegen das nationalsozialistische Terrorregime traditionsbildend für die Bundeswehr wirken. Und zum anderen brach in den 1980er Jahren ein Teil der protestantisch geprägten Friedensbewegung mit dem Militär - bis hin zur Forderung der Abschaffung von Waffen und Soldaten. Können diese letzten Kehrtwenden tragen im Zeitalter humanitär begründeter Interventionen und sogenannter wars of choice?

Die Tagung soll eine breite Diskussion zur Geschichte der Bedeutung der Reformation für das Militär und die Bedeutung des Militärs für die Reformation eröffnen. Die Zielperspektive liegt in der konzeptionellen Weiterentwicklung der Verhältnisbestimmung von Protestantismus und Militär. Sechs Sektionen sind vorgesehen:

1)   Luthers Innovationen: Protestantische Leitideen

2)   Dilemmata: Bauernkrieg und Bibeltreue 

3)   Geschichte I.: Sicherung der Reformation durch Krieg

4)   Geschichte II.: Preußisch-pietistische Herzenstreue

5)   Geschichte III.: Gottesgehorsam und Widerstand

6)   Geschichte IV.: Nationalreligiöse Verklärungen

7)   Soldaten für den Frieden!?

8)   Aktuelle Fragen der Militärseelsorge

Die Arbeitsformen der Tagung bestehen in Hauptvorträgen, Sektionen und Podiumsdiskussionen. Neben "etablierten" Forscherinnen und Forschern werden ausdrücklich auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler angesprochen. Ziel der Vorträge ist es, Gelegenheit zum Austausch über aktuelle Entwicklungen der Forschung zu bieten. Eigene Forschungsvorhaben, Thesen und Ansätze können präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr erbittet Bewerbungen zu historischen und wirkungsgeschichtlichen oder aktuell-politischen Zusammenhängen mit einem Titelvorschlag, einem knappen Abstract und einem kurzem CV (max. eine Seite) an die Adresse der Projektverantwortlichen, Angelika Dörfler-Dierken (Angelikadoerfler[at]bundeswehr[dot]org).

Tagungsort:  Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Zeppelinstraße 127/128, 14471 Potsdam

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Kontakt:

Prof. Dr. Angelika Dörfler-Dierken

Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr 

Zeppelinstr. 127/128

14471 Potsdam

Angelikadoerfler[at]bundeswehr[dot]org

 

Marc Hansen

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