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Diversität im Militär - Multikulturelle Streitkräfte von der Antike bis in die Gegenwart

Jahrestagung 2016 des AKM in Zusammenarbeit mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut, dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, dem ZMSBw und dem Lehrstuhl für Militärgeschichte | Kulturgeschichte der Gewalt (Universität Potsdam)
Datum: 
Donnerstag, 17. November 2016 bis Samstag, 19. November 2016
Ort: 
Potsdam
Deadline: 
Donnerstag, 10. November 2016

Die Streitkräfte eines Staates sind stets ein Abbild der Bevölkerung. Häufig aber reichte die Rekrutierungsbasis im eigenen Staat nicht aus, weshalb immer wieder auf "fremde" Truppen zurückgegriffen wurde. So entstanden im Laufe der Geschichte multikulturelle Streitkräfte aller Art.

Die damit verbundene Diversität konnte sich unterschiedlich äußern. Sie umfasste verschiedene Sprachen, Religionsbekenntnisse, soziale Herkunft und politische Ideologien, sowie Frauen und Männer. Die militärischen Führungen standen damit vor erheblichen Integrationsproblemen. Wie konnten sprachliche Verständigungsprobleme, religiöse Praktiken, unterschiedliche politische und ideologische Einstellungen, verschiedenartige militärische Traditionen und Fähigkeiten, sowie divergierende Interessen zu einer schlagkräftigen Truppe zusammengefügt werden? Wie konnte unter diesen Umständen gemeinsames und zielgerichtetes Handeln erreicht werden? Derartige Probleme stellten sich schon in der Antike, etwa in Makedonien oder im Römischen Reich. Sie waren besonders prägnant an der kolonialen Peripherie. Sie stellten ein Dauerthema in multinationalen Staaten und Reichen dar. Selbst sogenannte Nationalstaaten kannten das Problem. Auch in der Gegenwart müssen sich viele Streitkräfte mit dem Phänomen der Diversität auseinandersetzen.

Es handelt sich also um einen wesentlichen Aspekt der Militärgeschichte, den wir vergleichend, epochenübergreifend und in geographischer Breite diskutieren wollen.

Wissenschaftliche Leitung der Tagung: Dr. Tamara Scheer | Prof. Dr. Sönke Neitzel | Prof. em. Dr. Stig Förster

Die formlose Anmeldung zur Tagung ist verpflichtend. Anmeldungen werden erbeten an. Oliver Krause (+49 0331 977 4914 | oliver.krause[at]uni-potsdam[dot]de)

Für Teilnehmer, die nicht dem Arbeitskreis Militärgeschichte e.V. angehören, wird eine (vor Ort in bar zu entrichtende) Tagungsgebühr in Höhe von € 10 erhoben.

Tagungshotel für Referenten:  Wyndham Garden Potsdam Hotel, Forststraße 80, 14471 Potsdam.  Auch für nicht-vortragende Teilnehmer der Tagung hält das Hotel ein Abrufkontingent an Einzelzimmern bereit ("first come first serve").

Veranstaltungsort:  Universität Potsdam (Campus I - Am Neuen Palais), Haus 9 (Raum 1.02), Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam

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Programm.

Donnerstag, 17. November 2016

14.00  Eröffnung

14.10  Einführungsvortrag  -  Dr. Tamara Scheer (Wien):  Diversität im Militär. Zwischen praktikablem Nutzen und zu überbrückender Herausforderung

14.40  Pause

15.00  Sektion I  -  Vom militärischen Nutzen der Diversität

Chair:  Prof. Dr. Christoph Rass (Osnabrück)

Dr. Michael Kleu (Köln):  Diversität in den Flotten Philipps V. von Makedonien 

Dr. Christoph Ebner (Wien):  Diversität und Integration in der römischen Armee

Dr. Marek Mesko (Brünn):  Mercenaries of Various Ethnic Origins in the Byzantine Army during the 11th Century. A Source of Strength or Weakness?

Dr. Stefanie Zehnle (Kassel):  Multiethnizität und Dschihadismus in Westafrika

16.20  Pause

16.50  Diskussion

17.35  Sektion II  -  Multiethnische Imperien. Das Osmanische Reich als Beispiel

Chair:  Prof. em. Dr. Stig Förster (Bern)

Dr. Thomas Scheben (Frankfurt):  Diversität versus Integration. Die Osmanischen Streitkräfte vom 15. Bis zum 18. Jahrhundert

Dr. Elke Hartmann (München):  Inklusion und Exklusion in der Osmanischen Armee im 19. Jahrhundert

Prof. Ayhan Aktar (Istanbul):  The Non-Muslim Soldiers and Officers in the Ottoman Army, 1914-1918

18.35  Diskussion

19.20  Ende Tag 1

Freitag, 18. November 2016

10.00  Sektion III  -  Diversität in den Streitkräften europäischer Staaten

Chair:  Prof. Dr. Sönke Neitzel (Potsdam)

Benjamin van der Linde (Innsbruck):  Das niederländische Militär im Spannungsfeld von Ausländern und Andersgläubigen. War das Militär besonders aufnahmefähig für Migranten im Zeitalter der Republik?

Tobias Röder (Cambridge):  National and Ethnic Composition of the Habsburg Officer Corps and Military Migration, 1740-1790

10.40  Pause

11.10  Fortsetzung Sektion III

Dr. Jens Boysen (Warschau):  Fundament und Abbild eines voluntaristischen Staates. Die preußische Armee und ihre nichtdeutschen Anteile, 1740-1919

Dr. Franziska Zaugg (Bern|Dublin):  Die Waffen-SS und die Rekrutierung von "Freiwilligen" auf dem Balkan

11.50  Diskussion

12.35  Mittagspause

15.00  Sektion IV  -  Militärische Diversität an der imperialen Peripherie

Chair:  PD Dr. Nina Leonhard (Potsdam)

Prof. Dr. Matthias Asche (Tübingen|Potsdam) | Marco Kollenberg (Potsdam):  Deutsche Soldaten im Dienst der Vereinigten Ostindischen Kompanie der Niederlande. Zur Erfahrung, Wahrnehmung und Deutung von Gewalt und Alterität im 17. Und 18. Jahrhundert

Flavio Eichmann (Bern):  Black Jacobins? Die republikanische Revolutionsarmee in den Kleinen Antillen, 1794-1802

15.40  Pause

16.10  Fortsetzung Sektion IV

Yves Schmitz (Marburg):  Soziale und politische Dimensionen des Einsatzes indigener Hilfstruppen in imperialen Armeen

Nils Schliehe (Hamburg):  Afrikanische Soldaten in der portugiesischen Armee, 1960-1975

16.50  Diskussion

17.35  Pause

19.00  Verleihung des Wilhelm-Deist-Preises  |  Mitgliederversammlung des AKM

Samstag, 19. November 2016

10.00  Sektion V  -  Streitkräfte und kulturelle Integration

Chair:  Dr. Tamara Scheer (Wien)

Sebastian Schaarschmidt (Chemnitz):  Kulturelle Diversität in den Heeren der Staufer

Prof. Dr. Christian Koller (Zürich):  Solddienst als Asyl. Die Rekrutierung politischer Flüchtlinge in Söldnertruppen des 20. Jahrhunderts

10.40  Pause

11.10  Fortsetzung Sektion V

Dr. Michael Olsansky (Zürich):  Von "welschen Truppen" und "Secondo-Soldaten". Multikulturalität im Schweizer Militär

Dr. Sylvia E. Kleeberg-Hörnlein (Jena):  Zum Umgang mit religiös-kulturellen Differenzerfahrungen in der Bundeswehr. Ein religionspädagogischer Blick aus evangelischer Perspektive

11.50  Diskussion | Schlusswort

13.00  Ende der Tagung

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Kontakt:

Oliver Krause

Universität Potsdam

Historisches Institut

+49 (0)331 977 4914

oliver.krause[at]uni-potsdam[dot]de

 

Marc Hansen

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